Goldene 20er? Die Weimarer Republik in der Provinz

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27.10.2023 bis 09.06.2024

im Museum Fürstenfeldbruck

Der Erste Weltkrieg und sein als schmachvoll empfundenes Ende waren eine schwere Hypothek für die junge Republik. Mangel, Spanische Grippe und Revolutionen prägten die schwierige Anfangszeit der Weimarer Republik. Zugleich beschleunigte der Krieg begonnene Modernisierungsprozesse in den 1920er Jahren.

1923 gilt als Schreckens- und Wendejahr: Die Inflation erreichte schwindelnde Höhen, Panik und Existenzängste waren die Folgen. Die politische Unzufriedenheit, gipfelte im November in Hitlers gescheitertem Putschversuch.

Der überstandenen Krise folgten wirtschaftlicher Aufschwung und eine unvergleichlich kulturelle Blüte. Die „Goldenen Zwanziger“ wurden zum Synonym für eine nie zuvor dagewesene Leichtigkeit und Lebenslust in allen Bereichen: Musik, Literatur, Theater, Malerei und Design.

Der Börsencrash von 1929 mit einer weltweiten Wirtschaftskrise beendete dieses Lebensgefühl jäh. Die Arbeitslosenzahlen schnellten in die Höhe. Die völkisch-nationale Bewegung, die der Republik von jeher feindlich gegenüberstand, nutzte diese Krise propagandistisch. Am Ende stand das Versagen vieler Politiker und damit die „Machtüberlassung“ an die Nationalsozialisten.

Die Ausstellung spannt einen Bogen vom Ende des Ersten Weltkriegs bis zum Aufstieg der Nationalsozialisten. Wie gestaltete sich die kurze Phase der Weimarer Republik in der Provinz? Wie reagierte eine kleinstädtische Bevölkerung im Schatten der „Hauptstadt der Bewegung“ auf die große Politik: „Babylon Bruck“ oder verschlafene Provinz?